Ich glaube, so sagt man das. Oder zumindest ungefähr. Jedenfalls passt es gerade ganz gut. Denn ich schreibe Texte für Unternehmen, plane Content, entwickle Kommunikationsideen, baue Websites und erinnere andere daran, dass man zwischendurch auch mal erzählen darf, was man eigentlich so macht. Und ich selbst? War hier länger ziemlich still.
Classic.
Es ist viel passiert im letzten Jahr
Inzwischen arbeite ich mit mehreren festen Kund:innen zusammen, begleite Projekte längerfristig und habe nach fast einem Jahr Selbstständigkeit das ziemlich gute Gefühl: Ja. Das war der richtige Schritt. Das fühlt sich immer noch ein bisschen wild an. Vor allem, weil Selbstständigkeit vorher in meinem Kopf noch sehr abstrakt war. Ich schwankte zwischen großer Freiheit und der Frage: „was zur Hölle mache ich da eigentlich“.
Inzwischen weiß ich: Beides stimmt.
Ich bekomme genau die Art von Arbeit, die ich machen wollte
Ich mag es, mich tief in Unternehmen reinzudenken. Nicht nur einen Text schreiben und wieder verschwinden, sondern verstehen, wie ein Betrieb tickt, was Kund:innen brauchen, wo Kommunikation hakt und was nach außen eigentlich erzählt werden sollte. Genau solche Projekte darf ich inzwischen machen. Dazu kommt Feedback, bei dem ich jedes Mal denke: okay, das hier ist wirklich mein Ding. Ich bin dafür sehr dankbar. Für die Kund:innen, die Möglichkeiten und die Flexibilität. Und dafür, dass mein Arbeitsleben inzwischen deutlich besser zu meinem restlichen Leben passt.
Freiheit klingt immer nach Laptop am Pool
Ist bei mir zwar weniger Bali, dafür mehr Kind, Haus, Termine, Kundencall, zwischendurch eine Waschmaschine. Und ganz ehrlich? Genau so wollte ich es. Ich kann remote arbeiten, meine Tage flexibler planen und muss nicht irgendwo sitzen, nur weil theoretisch jemand ans Telefon gehen oder Post annehmen könnte. Ich kann beim Kunden sein, wenn es sinnvoll ist. Ich kann zuhause arbeiten, wenn es besser passt. Und ja, Workation geht auch. Sehr Millennium-Mum-meets-MacBook, I know. Dass meine Geschäftspost dank Postflex nicht davon abhängt, ob ich gerade zuhause bin, macht diese Freiheit ehrlich gesagt noch ein gutes Stück angenehmer. [WERBUNG | Kooperation]
Und dann ist da noch dieser kleine Haken
Die eigene Kommunikation fällt als Erstes hinten runter. Nicht weil sie unwichtig ist. Aber bei mir steht die Kundenarbeit eben an erster Stelle. Und irgendwann merkt man: Hoppla.
Ich erzähle anderen ständig, dass Sichtbarkeit wichtig ist und habe selbst seit Ewigkeiten nichts geschrieben. Schuster. Schuhe. Ihr wisst schon…
Mein erstes Learning dazu: Regelmäßigkeit ist kein Selbstzweck
Ich glaube nicht daran, stumpf nach Plan Content rauszuhauen, nur damit da etwas steht. Montag Tipp, Mittwoch Reel, Freitag „Happy Weekend“. Bitte nicht. Regelmäßigkeit ist gut, wenn man etwas zu sagen hat und wenn sie realistisch in den Alltag passt. Aber Content, der nur existiert, weil im Redaktionsplan ein Kästchen frei war, merkt man meistens auch an. Das bringt dann genau gar nichts. Lieber relevant als zwanghaft regelmäßig
Mein persönliches Learning aus den letzten Monaten ist deshalb:
Nicht jede Pause ist ein Kommunikationsproblem.
Wenn im Hintergrund echte Arbeit passiert, Projekte laufen und Kund:innen zufrieden sind, dann ist das erstmal wichtiger als irgendeine künstlich erzwungene Posting-Frequenz. Aber: Man sollte auch nicht komplett verschwinden. Denn Menschen können nur mitbekommen, was man macht, wenn man es ihnen ab und zu erzählt. Klingt banal. Ist es auch. Und trotzdem passiert genau das erstaunlich oft.
Mein Doing ab jetzt
Ich will hier wieder regelmäßiger Einblicke geben. Nicht nach einem starren Contentplan, der mein Leben auffrisst. Sondern dann, wenn ich etwas sehe, lerne, mich wundere oder denke: Das könnte für andere auch hilfreich sein. Mehr aus echten Projekten und über Kommunikation, die im Alltag funktioniert. Mehr Website, Social Media, PR und Content ohne Marketing-Geschwurbel. Und vermutlich auch wieder mehr Dinge, bei denen ich mich selbst frage, warum Unternehmen eigentlich so kompliziert schreiben, wenn sie doch einfach sagen könnten, was sie meinen.
Also: Der Schuster hat vielleicht die schlechtesten Schuhe. Aber er kann sich ja neue machen.